Stadtteil

Langwasser

In früheren Schlagzeilen wurde Langwasser schon mal als die „Keimzelle Europas“ bezeichnet.
Das ist nicht ganz falsch, denn im zweiten Weltkrieg waren hier Kriegsgefangene aus Ost- und West- Europa untergebracht. Nach dem Krieg kamen Flüchtlinge und Vertriebene hinzu, wurden hier teilweise sesshaft und formten auf den Lagerflächen des ehemaligen Reichsparteitagsgeländes einen neuen Stadtteil von Nürnberg. Aus dem sogenannten „Valkalager“ entwickelte sich sogar das heutige Bundesamt für Migration.

Dieser Hintergrund prägt auch aktuell die Aktivitäten des SPD-Ortsvereins. Wir leben und arbeiten an einem außergewöhnlich jungen und agilen Ort, der sich kontinuierlich in mehr als 60 Jahren nach einem modernen städtebaulichen Grundkonzept sehr gut entwickelt hat. Im grünen, verkehrsarmen Wohnumfeld hat sich ein buntes kulturelles Leben entwickelt.

Die baulichen Hinterlassenschaften des „Dritten Reichs“ sind wegen ihrer Einmaligkeit in Deutschland für uns aber auch gleichzeitig verpflichtend. So setzt sich z.B. die SPD-Langwasser dafür ein, dass Teilstücke des ehemals geplanten Aufmarschgeländes „Märzfeld“ in Form der noch im Boden befindlichen Turm- und Tribünenfundamente erhalten und für die Nachwelt erlebbar bleiben. Das ist voll im Sinne der vom Stadtrat beschlossenen „Leitlinien/Leitgedanken zum künftigen Umgang der Stadt Nürnberg mit dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände“.

Diese Leitlinien sollen in naher Zukunft aber auch an der neu zu gestaltenden Einmündung der Großen Straße (Denkmalschutz) in die Karl-Schönleben-Straße berücksichtigt werden, wenn hier der Neubau der Bertolt-Brecht-Schule und eine weitere Messehalle in direkter Nachbarschaft entstehen.

Die Stadt Nürnberg hat sich in der Vergangenheit mit dem Erbe der NS-Zeit auseinandergesetzt und sich zur „Stadt der Menschrechte“ entwickelt. Wo, wenn nicht hier, gibt es eine bessere Gelegenheit dafür ein markantes, bauliches Zeichen zu setzen.

Jürgen Milowski, Juli 2012

Link-Hinweise: www.zeitklick-langwasser.de

und Informationen zu den Langwasser Botschaftern

Auch auf den Seiten http://www.nefkom.info/bvl/